Fortbildungen für Medizinische Fachangestellte

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Nicht-ärztliche Praxisassistentin

Mit der Fortbildung zur nichtärztlichen Praxisassistentin* erweitert die MFA ihr Aufgabengebiet und ihren Handlungsspielraum erheblich. Nach der sogenannten „Delegationsvereinbarung“ dürfen nicht-ärztliche Praxisassistenten in Abstimmung mit dem Arzt selbständig Hausbesuche und Besuche in Alten- oder Pflegeheimen durchführen. Dabei versorgen sie zum Beispiel Wunden, kontrollieren Blutdruck- und Blutzuckerwerte und übernehmen die Sturzprophylaxe. Sie beurteilen das häusliche Umfeld und koordinieren die Zusammenarbeit mit der ambulanten Pflege oder anderen Leistungserbringern Für ihre vielfältigen Aufgaben benötigen sie auch Kompetenzen in der Palliativversorgung, der Onkologie oder Psychosomatik. Speziell in unterversorgten ländlichen Gebieten entlasten derart geschulte Fachkräfte den Arzt oder die Ärztin enorm. Das anspruchsvolle Curriculum vermittelt umfassende Kompetenzen, die sich im Umfang und Niveau deutlich von anderen spezialisierenden Fortbildungen abheben.

 

* In den Kammerbereichen Nordrhein und Westfalen-Lippe wird das Curriculum unter dem Namen EVA (Entlastende Versorgungsassistentin) angeboten.

 

So ist das Curriculum strukturiert:

 

271 Stunden in Form eines berufsbegleitenden Lehrgangs, der fachtheoretischen und fachpraktischen Unterricht sowie eine praktische Fortbildung in Form von Hausbesuchen umfasst.

 

Umfang des fachtheoretischen Unterrichts                                                 201 Stunden

 

Notfallmanagement/Erweiterte Notfallkompetenz:                                      20 Stunden

 

Umfang der praktischen Fortbildung:                                                          50 Stunden

 

Je nach Dauer der Berufstätigkeit reduziert sich der Umfang der Fortbildung. Bei einer Berufserfahrung von mehr als zehn Jahren z. B. umfasst der theoretische Unterricht 150 Stunden, die praktische  Fortbildung 20 Stunden.

 

 

Für die Teilnahme wird vorausgesetzt:

 

Berufsausbildung und erfolgreiche Prüfung zur Medizinischen Fachangestellten bzw. Arzthelferin oder Berufsausbildung in einem anderen medizinischen Fachberuf. Darüber hinaus ist der Nachweis von mindestens drei Jahren Berufstätigkeit in einer hausärztlichen Praxis erforderlich.

 

 

Hier ein Überblick über Inhalte und Stundenverteilung:

 

Fachtheoretischer und fachpraktischer Unterricht

 

201 Stunden

a)

Grundlagen und Rahmenbedingungen beruflichen Handelns /Berufsbild

(u.a. rechtliche Grundlagen, z.B. delegationsfähige ärztliche Leistungen, demographische Entwicklung, Epidemiologie von Erkrankungen, Hausbesuche und Versorgungsmanagement, Verfahrensabläufe und Instrumente im professionellen Handeln)

15 Stunden

 

b)

Medizinische Kompetenz

 

Modul 1: Häufige Krankheitsbilder in der hausärztlichen Praxis

(u.a. Symptome und Ursachen unterscheiden bei Kopfschmerz, Thoraxschmerzen, Dyspnoe, Abdominalschmerzen, Rücken- und Gelenkschmerzen, Stoffwechselkrankheiten, Fieber und Hautausschlag einschätzen)

20 Stunden

Modul 2: Geriatrische Syndrome und Krankheitsfolgen im Alter /Diagnoseverfahren

(u.a. häufige Krankheitsbilder, altersmedizinische Grundlagen, dementielles Syndrom, Diabetes mit Folgekrankheiten, Krankheiten mit erhöhtem Sturzrisiko, geriatrisches Basisassessment durchführen Untersuchungsverfahren anwenden, z.B. EKG, Spirometrie, Langzeitblutdruckmessung)

20 Stunden

 

Modul 3: Versorgung und Betreuung von Onkologie- und Palliativpatienten

(u.a. Aufgaben des nichtärztlichen Fachpersonals, Risikofaktoren und Versorgungsmaßnahmen, Therapieansätze, Prognosen und Fehleinschätzungen kennen, Ernährungsmaßnahmen, Stoffwechsel- und Schmerzkontrolle)

9 Stunden

Modul 4: Palliativmedizinische Zusammenarbeit und Koordination

(u.a. öffentliche und privatwirtschaftlich finanzierte Institutionen kennen, z.B. Sozialdienste, Hospiz-Dienst, Ernährungsberater, ehrenamtliche Institutionen, Aufgaben von Seelsorgern, Pflegealternativen und Kostenträger kennen, Verwaltung und Abrechnung)

8 Stunden

Modul 5: Psychosomatische und psychosoziale Versorgung

(u.a. Häufige somato-psychische und psychiatrische Krankheiten und deren Symptome erkennen, z.B. Verwirrtheit und Delir, Wahn, Halluzinationen, Suizidalität, psychosoziale Defizite erkennen, Testverfahren bei Verdacht auf Demenz)

15 Stunden

Modul 6: Grundlagen der Ernährung

(u.a. Überblick über Ernährungs- und Stoffwechselphysiologie, Ernährung in besonderen Lebensabschnitten)

16 Stunden

Modul 7: Arzneimittelversorgung

(u.a. Applikations- und Darreichungsformen, Arzneimitteltherapie im Alter, Analgetika, Herz-Kreislauf-Medikamente, Psychopharmaka, Eigenmedikation des Patienten erfassen)

8 Stunden

Modul 8: Wundpflege und Wundversorgung

(u.a. Wundarten, -heilung und -verläufe einschätzen, Wundheilungsstörungen, Wundversorgung und -prophylaxe durchführen, Wundbehandlung dokumentieren)

10 Stunden

Modul 9: Grundlagen der Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen

(u.a. Verhältnisprävention, Maßnahmen der Suchtprävention, Schutzimpfungen, Früherkennungsuntersuchungen im Alter, Hygiene)

20 Stunden

Modul 10: Koordination und Organisation von Therapie- und Sozialmaßnahmen: Strukturierte Schulungen

(u.a. Informationsmanagement und Dokumentation, Modelle strukturierter Behandlung, integrierte Versorgung, Aspekte des Case-Managements, soziale Netzwerke, Interaktion mit chronisch Kranken)

24 Stunden

Modul 11: Telemedizinische Grundlagen

(u.a. Möglichkeiten und Grenzen der Telemedizin, technische Voraussetzungen, Bedeutung und Einsatzgebiete, Anwendungsformen, rechtliche Rahmenbedingungen)

10 Stunden

c)

Kommunikation / Dokumentation

 

Modul 1: Kommunikation und Gesprächsführung

(u.a. Gesprächstechniken anwenden, Strategien zur Konfliktlösung einsetzen, Auseinandersetzung mit der Berufsrolle)

8 Stunden

 

Modul 2: Wahrnehmung und Motivation

(u.a. Modelle zur Selbst- und Fremdwahrnehmung, Patienten zur Mitwirkung motivieren, Besonderheiten bestimmter Patientengruppen, soziales Umfeld von Patienten einschätzen)

8 Stunden

 

Modul 3: Medizinische Dokumentation / Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien

(u.a. Strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch Kranke am Beispiel der DMPs anwenden, z.B. Brustkrebs, Diabetes mellitus Typ 1 und 2, Dokumentationsbögen bearbeiten, Einschreibung in DMPs vornehmen)

10 Stunden

Notfallmanagement/Erweiterte Notfallkompetenz

(u.a. Betreuung risikorelevanter und vulnerabler Patientengruppen, z.B. Kooperation des Patienten unterstützen, Patientenschulungen, Selbsthilfegruppen, Medikamentenkonsum;

Notfallsituationen, z.B. Maßnahmen bei Herzinfarkt und Schlaganfall, bei Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, bei abdominellen und traumatologischen Erkrankungen;

Notfallmanagement, z.B. Einsatz koordinieren, Verantwortung für Notfallmedikamente und –geräte übernehmen, regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter)

20 Stunden

Praktische Fortbildung

Die praktische Fortbildung findet in Form von Hausbesuchen statt. Diese können sowohl beim Patienten zu Hause als auch in Alten- und Pflegeheimen oder anderen beschützenden Einrichtungen erfolgen. Jeder Hausbesuch ist mit je 30 Minuten anzurechnen. Alle Besuche müssen dokumentiert werden, davon 4 mit einer ausführlichen Falldokumentation und Kurzbeschreibung sowie einer Bescheinigung des Arztes.

 

(Für die 4 ausführlichen Fallbeschreibungen werden insgesamt 6 Stunden auf die praktische Fortbildung angerechnet. Wer bereits das Curriculum „Ambulante Versorgung älterer Menschen“ absolviert hat, kann weitere 8 Stunden auf die praktische Fortbildung anrechnen lassen.) 

50 Stunden

 

 

Gesamt

 

271 Stunden

 

 

So sieht der Abschluss aus:

 

 

Die schriftliche Lernerfolgskontrolle erfolgt in Teilprüfungen oder als Gesamtprüfung von mindestens einer Stunde Dauer. Sie erstreckt sich auf die Inhalte der „Medizinischen Kompetenz“ der theoretischen Fortbildung gemäß §7 (3b). Die Prüfungszeit kann kürzer sein, wenn die schriftliche Lernerfolgskontrolle in programmierter Form stattfindet.

Die 4 Dokumentationen und Kurzbeschreibungen gelten ebenfalls als Lernerfolgskontrolle.

Bei anzurechnenden Fortbildungsmaßnahmen nach den Curricula der Bundesärztekammer gelten die entsprechenden Teile der Fortbildung als geprüft.

 

Zur Prüfung wird zugelassen, wer

  • mindestens 90 % des Unterrichts besucht hat und
  • die Nachweise über die erforderlichen Hausbesuche einschließlich der Falldokumentationen/Kurzbeschreibungen vorlegt.
  • Die Teilnahme an den Modulen ist durch die Vorlage entsprechender Bescheinigungen nachzuweisen.
  • Nach erfolgreicher Teilnahme am Qualifizierungslehrgang erhält die Teilnehmerin ein Zertifikat der zuständigen Ärztekammer.
  • Die Fortbildung ist innerhalb von fünf Jahren zu absolvieren.

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