Fortbildungen für Medizinische Fachangestellte

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Fachwirt/in für ambulante medizinische Versorgung


In größeren Arztpraxen, kleineren und mittleren Gesundheitseinrichtungen sind zunehmend Fachkräfte gefragt, die sich nicht nur mit medizinischen Fragen auskennen, sondern auch verantwortliche Aufgaben im Praxismanagement und der Patientenbegleitung übernehmen. Mit der Aufstiegsfortbildung zur Fachwirtin erwirbt die MFA Kompetenzen in allen drei Bereichen. Die Bündelung mehrerer Funktionen in einer Person ist besonders attraktiv für Arbeitgeber: Die Fachwirtin kann z.B. als Datenschutz- und als Qualitätsmanagementbeauftragte eingesetzt werden, kümmert sich um die Einhaltung des Medizinproduktegesetzes, entlastet den Arzt bei der MFA-Ausbildung und im Personalbereich, hat Risikopatienten besonders im Blick und fördert die Teamentwicklung. Darüber hinaus hat sie sich in mindestens einem medizinischen Bereich spezialisiert. Mit der Aufstiegsfortbildung zur Fachwirtin qualifizieren sich MFA für eine leitende Position im Praxisteam.

 

Folgende Handlungskompetenzen werden vermittelt:

 

Die Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung übernimmt eine leitende Position im Team des niedergelassenen Arztes oder in anderen ambulanten medizinischen Einrichtungen. Sie erledigt anspruchsvolle Aufgaben in den Bereichen Medizin, Patientenbegleitung, Koordination und Praxisführung.

 

  • Im Bereich Patientenbetreuung und Teamführung ist sie zu einer sensiblen und effektiven Gesprächsführung mit Patienten und Mitarbeitern in der Lage. Dabei wendet sie Methoden der adressatenorientierten Kommunikation an. Patienten motiviert sie dadurch zu kooperativem Verhalten, nichtärztlichen Mitarbeitern und Auszubildenden gegenüber trägt sie zur Teamentwicklung und erfolgsorientierten Anleitung bei.
  • Im Bereich Qualitätsmanagement wirkt sie bei der Ein- und Durchführung, Kontrolle und Evaluation von Qualitätsmanagementsystemen gestaltend mit. Mit ihren Kenntnissen kann sie kann die Aufgaben einer Qualitätsmanagement-Beauftragten übernehmen.
  • Im Bereich Durchführung und Ausbildung unterstützt sie den Arzt bei der praktischen Anleitung der Auszubildenden. Sie plant und gestaltet die Ausbildung mit, begleitet, stützt und fördert die Lernprozesse und kontrolliert den Lernerfolg. Damit ist sie zur Ausbildung befähigt.
  • Im Bereich betriebswirtschaftliche Praxisführung entlastet sie den Arzt durch Planung, Organisation sowie Überwachung der Arbeits- und Betriebsabläufe und durch den effektiven Einsatz von Ressourcen. So trägt sie zur ständigen Kosten- und Prozessoptimierung bei.
  • Im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien wirkt sie bei der Hard- und Softwareplanung mit, kann diese in den Betriebsablauf integrieren und effizient anwenden. Sie setzt die Techniken in allen Funktionen ein kommuniziert mit internen und externen Partnern. Dabei setzt sie fachkundig Bestimmungen des Datenschutzes und der Datensicherheit um. Sie erfüllt alle Voraussetzungen für die Position der Datenschutzbeauftragten.
  • Im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz ist sie neben dem Arzt die zentrale Ansprechperson für alle Maßnahmen der Infektions- und Unfallverhütung. Sie achtet darauf, dass die Vorgaben des Medizinproduktegesetzes und die Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsschutzes eingehalten werden.
  • Im Bereich Risikopatienten und Notfallmanagement begleitet sie Risikopatienten besonders aufmerksam und motiviert sie zu kooperativem Verhalten. Sie stellt im Sinne eines Notfallmanagements sicher, dass sich alle Mitarbeiter ständig fortbilden und die organisatorischen Rahmenbedingungen einhalten.
  • Über diese sieben Schwerpunkte hinaus übernimmt sie weitere Aufgaben in mindestens einem spezifischen medizinischen Bereich, für den sie sich durch eine spezialisierende Fortbildung qualifiziert hat.

 

So ist das Curriculum strukturiert:

 

420 Stunden Unterricht, die in einen Pflicht- und einen medizinischen Wahlteil gegliedert sind.

 

Umfang des Pflichtteils:                                                                               300 Stunden

(Der Pflichtteil umfasst 7 Module à 40 Stunden und ein ergänzendes Modul Lern- und Arbeitsmethodik mit 20 Stunden)

 

Umfang des medizinischen Wahlteils:                                                         120 Stunden

(mit dem medizinischen Wahlteil erwirbt die MFA spezialisierende Qualifikationen in mindestens einem medizinischen Schwerpunkt)

 

Der Pflichtteil ist innerhalb von drei Jahren zu absolvieren. Der medizinische Wahlteil soll maximal drei Jahre vor oder nach der Absolvierung des Pflichtteils abgeschlossen werden.

 

 

Für die Teilnahme wird vorausgesetzt:

 

Berufsausbildung und erfolgreiche Prüfung zur Medizinischen Fachangestellten bzw. Arzthelferin oder ein vergleichbarer Abschluss in einem anderen medizinischen Fachberuf mit anschließender einschlägiger Berufserfahrung.

 

Hier ein Überblick über Inhalte und Stundenverteilung:

 

Pflichtteil

Unterricht

 

 

300 Stunden

Modul 1: Lern- und Arbeitsmethodik

(u.a. Lernbedingungen, -techniken und -medien, audiovisuelle Medien einsetzen und nutzen, Selbstmanagement, Präsentation )

20 Stunden

 

Modul 2: Patientenbetreuung und Teamführung

(u.a. Kommunikation und Gesprächsführung*, Wahrnehmung und Motivation*, Moderation*, Führung und Teamentwicklung)

40 Stunden

 

Modul 3: Qualitätsmanagement (QM)

(u.a. Grundstrukturen, Methoden und Instrumente im Qualitätsmanagement, Einführung und Weiterentwicklung eines QM-Systems, Bewertung des QM-Prozesses, QM-Zyklus beherrschen) 

40 Stunden

Modul 4: Durchführung der Ausbildung

(u.a. Struktur, System und rechtliche Rahmenbedingungen der Berufsbildung kennen, Jugendliche in der Ausbildung, Organisation und Durchführung der Ausbildung, Lernprozesse)

40 Stunden

 

Modul 5: Betriebswirtschaftliche Praxisführung

(u.a. Praxisorganisation, Kostenmanagement, Praxiseinkauf, Marketing)

40 Stunden

Modul 6: Informations- und Kommunikationstechnologien

(u.a. Datenverarbeitung, Datenschutz, Datensicherheit, Dokumentation und Kommunikation medizinischer Daten)

40 Stunden

Modul 7: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

(u.a. praxisrelevante Rechtsgrundlagen umsetzen und ihre Anwendung kontrollieren, Medizinproduktegesetz, Biostoffverordnung, betrieblicher Gesundheitsschutz)

40 Stunden

Modul 8: Risikopatienten und Notfallmanagement

(u.a. Betreuung risikorelevanter und vulnerabler Patientengruppen, Notfallsituationen, Notfallmanagement)

40 Stunden

Wahlteil im Bereich Medizin

 

mindestens 120 Stunden

 

Gesamt

(die mit * gekennzeichneten Module decken sich mit Elementen der medizinischen Fortbildungscurricula und können angerechnet werden. Entsprechende Nachweise sind erforderlich.)

 

mindestens 420 Stunden

 

 

So sieht der Abschluss aus:

 

Am Ende der Fortbildung findet eine Prüfung statt, die in einen schriftlichen und praktisch-mündlichen Teil gegliedert ist. Der schriftliche Teil umfasst die Bereiche des Pflichtteils und kann auch in Teilprüfungen erfolgen. Denkbar sind bis zu acht Teilprüfungen, die nach der Absolvierung des jeweiligen Moduls stattfinden. Die Entscheidung trifft  die zuständige Ärztekammer.

Der praktisch-mündliche Teil besteht aus einer schriftlichen Projektarbeit und einem darauf aufbauenden Fachgespräch. Die Projektarbeit verbindet mindestens zwei Handlungsfelder und zeigt in ihrer Ausführung, dass die Teilnehmerin eine komplexe Problemstellung erfassen, beurteilen und lösen kann.

 

Zur Prüfung bzw. Teilprüfung wird zugelassen, wer die regelmäßige Teilnahme an den Modulen nachweist, die geprüft werden sollen.

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