Fortbildungen für Medizinische Fachangestellte

Sprungmarken

 

Arbeitsmedizin/Betriebsmedizin

Wie gelingt es, im Arbeitsalltag körperlich und seelisch auf Dauer gesund und fit zu bleiben? Mit dieser Frage befasst sich die Arbeits- und Betriebsmedizin. Sie ist ein weites Feld, in dem die Mitarbeit von MFA zunehmend gefragt ist: Als rechte Hand des Arztes wirkt sie bei der Planung und Organisation des betrieblichen Gesundheitsmanagements mit. Die Fortbildung vertieft das Wissen zu den gesetzlichen Vorschriften wie Lärmschutz und Unfallverhütung, informiert über mögliche Gefährdungen am Arbeitsplatz und macht MFA mit den Formen der gesundheitlichen Prävention im Betrieb und dem Arbeitsschutzmanagements vertraut. Nach der Fortbildung können MFA bei Gefährdungsbeurteilungen und Vorsorgemaßnahmen mitwirken sowie Präventionsmaßnahmen professionell organisieren und koordinieren. Sie können Beschäftigte zur Teilnahme motivieren und bestimmte Diagnoseverfahren selbstständig durchführen. Mit dem Curriculum erwerben sie Kenntnisse und Fähigkeiten, die weit über das Niveau der Ausbildung hinausgehen.

Folgende Handlungskompetenzen werden vermittelt:

Die Medizinische Fachangestellte unterstützt und entlastet den Arzt bei der Planung, Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung arbeitsmedizinischer Aufgaben.

  • Sie kommuniziert strukturiert mit den Beschäftigten und deren Angehörigen und motiviert sie zur Teilnahme an Präventions- und Vorsorgemaßnahmen.
  • Sie organisiert und koordiniert arbeitsmedizinische Maßnahmen der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention auch im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Zu diesem Zweck sorgt sie für den internen und externen Informationsfluss inklusive der Terminplanung.
  • Sie führt ausgewählte Maßnahmen des Qualitätsmanagements eigenständig durch und dokumentiert diese.
  • Sie führt ausgewählte delegierbare diagnostische Verfahren eigenständig durch. 
  • Sie reinigt und pflegt Medizinprodukte, berücksichtigt dabei rechtliche Grundlagen und überwacht die Kontrolle der Gerätewartung.
  • Im Sinn des lebenslangen Lernens setzt sie neues Wissen, Methoden, Arbeitstechniken und Verfahren selbstständig um.

So ist das Curriculum strukturiert:

140 Stunden in Form eines berufsbegleitenden Lehrgangs, der fachtheoretischen und fachpraktischen Unterricht einschließlich praktischer Übungen in diagnostischen Verfahren umfasst. 

Umfang des fachtheoretischen Unterrichts                                                      92 Stunden

Umfang des fachpraktischen Unterrichts                                                         48 Stunden

„Diagnostische Verfahren“

jeweils 12 Stunden im Bereich Augen, Ohren, Herz-Kreislauf, Lunge

Für die Teilnahme wird vorausgesetzt:

-        Berufsausbildung und erfolgreiche Prüfung zur Medizinischen Fachangestellten bzw. zur Arzthelferin oder eine Ausbildung in einem vergleichbaren medizinischen Fachberuf

Hier ein Überblick über Inhalte und Stundenverteilung:

Fachtheoretischer und fachpraktischer Unterricht

92 Stunden

Modul 1: Kommunikation und Gesprächsführung

(u.a. u.a. Kommunikationstechniken anwenden, Gesprächsführung mit Betriebsangehörigen beherrschen, Telefonkommunikation, Strategien zur Konfliktlösung einsetzen, Auseinandersetzung mit der Berufsrolle)

8 Stunden

 

Modul 2: Wahrnehmung und Motivation

(u.a. Modelle der Selbst- und Fremdwahrnehmung verstehen, Patientenbedürfnisse und soziales Umfeld einschätzen, Besonderheiten von Mitarbeitergruppen berücksichtigen, Betriebsangehörige zur Mitwirkung motivieren)

8 Stunden

 

Modul 3: Die Arbeitsmedizin im System der sozialen Sicherung

(u.a. Zweige, Träger und Aufgaben der Sozialversicherung zuordnen: Kranken-, Renten- und Unfallversicherung, Reha, Grundsicherung für Arbeitssuchende, Sozialhilfe. Rechtliche Grundlagen der Arbeitsmedizin in der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention kennen, z.B. Arbeitsschutz, Mutterschutz, Arbeitssicherheit, Verordnungen  wie arbeitsmedizinische Vorsorge, Lärmschutz, Vorschriften zur Unfallverhütung. Behörden und deren Aufgaben im Arbeitsschutz kennen, Rechte und Pflichten von Arbeitgebern, Arbeitnehmern, Betriebsärzten und Fachkräften für Arbeitssicherheit beschreiben)

8 Stunden

Modul 4: Gefährdungsbeurteilung, arbeitsmedizinische Vorsorge und weitere Untersuchungen

(u.a. Mitwirkung bei der Erfassung und Dokumentation von Gefährdungen am Arbeitsplatz: chemische, physikalische, biologische, psychische Gefährdungen, z.B. durch Gefahrstoffe, Heben von Lasten, Lärm, Infektionserreger, Schichtarbeit. Mitwirkung bei der arbeitsmedizinischen Vorsorge, bei Einstellungs- und Eignungsuntersuchungen, bei der Beratung und Betreuung besonderer Personengruppen, etwa von Schwangeren, Jugendlichen oder behinderten Menschen)

36 Stunden

 

Modul 5: Gesundheitliche Prävention und Management im Betrieb

(u.a. Einrichtungen und Formen kennen, Mitwirkung beim betrieblichen Arbeitsschutzmanagement, Unterstützung des betrieblichen Gesundheitsmanagements: Schaffung gesundheitsförderlicher Rahmenbedingungen, Aufgaben, z.B. Verhaltens- und Verhältnisprävention, individuelle und kollektive Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung, Mitarbeiterbefragung und Evaluation, Unterstützung beim betrieblichen Eingliederungsmanagement, Mitwirkung bei der Organisation des betrieblichen Rettungs- und Notfallwesens und bei der Erkennung von Berufskrankheiten und Begutachtungen)

24 Stunden

Modul 6: Administration und Koordination

(u.a. betriebliche Abläufe und Dokumentation beherrschen, z.B. Instrumente der Qualitätssicherung und Zertifizierung, Planungskriterien,  Ablauforganisation, Zeitmanagement, Vorsorgedokumentation und Gesundheitsakte, Leistungsabrechnung. Zusammenarbeit mit internen und externen Partnern organisieren)

8 Stunden

Fachpraktischer Unterricht

Modul 7: Diagnostische Verfahren im Bereich Augen

Modul 8: Diagnostische Verfahren im Bereich Ohren

Modul 9: Diagnostische Verfahren im Bereich Herz-Kreislauf

Modul 10: Diagnostische Verfahren im Bereich Lunge

48 Stunden


12 Stunden

12 Stunden

12 Stunden

12 Stunden

Gesamt

140 Stunden

(Module 1 und 2 decken sich mit Elementen anderer Fortbildungen und können auf weitere Curricula angerechnet werden. Entsprechende Nachweise sind erforderlich.)

So sieht der Abschluss aus: 

Zum Abschluss der Fortbildung findet eine schriftliche Lernerfolgskontrolle von mindestens 30 Minuten statt.

Nach erfolgreicher Teilnahme an der Gesamtfortbildung und bestandener Lernerfolgskontrolle erhält die Teilnehmerin ein Zertifikat des Veranstalters. 

Die Fortbildung ist in einem Zeitraum von fünf Jahren zu absolvieren.

zum Anfang der Seite

Globalnavigation


Kontext-Informationen der Seite


Wiederholung der Hauptnavigation

Das Modulkonzept

Fortbildungscurricula im Portrait

Service