Fortbildungen für Medizinische Fachangestellte

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Aufbereitung von Medizinprodukten in der Arztpraxis

Weil Infektionen in medizinischen Einrichtungen in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben, wird das Thema Infektionsschutz in der Arztpraxis immer wichtiger. Dazu gehört auch die ordnungsgemäße Aufbereitung von Medizinprodukten – eine verantwortungsvolle und komplexe Aufgabe, die in den Tätigkeitsbereich der MFA fällt. Sie kümmert sich unter anderem darum, dass Instrumente und Geräte für die erneute Nutzung oder die Lagerung professionell gereinigt, desinfiziert und sterilisiert oder entsorgt werden. Mit dieser Fortbildung können MFA, die bereits mit der Aufbereitung von Medizinprodukten betraut sind, ihre Kenntnisse auffrischen und vertiefen. Empfehlenswert ist sie auch für MFA, die in eine Arztpraxis mit einem anderen medizinischen Fachgebiet wechseln wollen. Mit dem Curriculum erwerben MFA Kenntnisse und Fähigkeiten, die die Ausbildungsinhalte anwendungssicher verfestigen und erweitern. Die Fortbildung entspricht zudem den Ansprüchen an die Sachkenntnis gemäß § 4 MPBetrV bzw. Anlage 6 der KRINKO-Empfehlungen.

Folgende Handlungskompetenzen werden vermittelt:

Die Medizinische Fachangestellte führt die sachgerechte Aufbereitung von Medizinprodukten im Auftrag von Ärzten verschiedener Fachgebiete durch:

  • Sie ist fachkundig in der Risikobewertung von Medizinprodukten und kann diese den Aufbereitungsprozessen zuordnen.
  • Sie beachtet bei der Anwendung, Aufbereitung und Lagerung von Medizinprodukten die Vorschriften und gesetzlichen Regelungen zur Arbeitssicherheit sowie zum Arbeits- und Infektionsschutz.
  • Sie führt die Aufbereitung unmittelbar nach Anwendung der Medizinprodukte durch und beachtet dabei räumliche und organisatorische Aspekte. Einmalprodukte entsorgt sie fachkundig.
  • Sie erstellt Arbeitsanweisungen und führt die Aufbereitungsschritte auf dieser Grundlage sachkundig und strukturiert durch. Dabei berücksichtigt sie Herstellerangaben und wendet geeignete Mittel, Geräte und Verfahren an.
  • Sie dokumentiert, welche qualitätssichernden Maßnahmen im Aufbereitungsprozess angewandt werden und mit welchen Maßnahmen die Funktionsfähigkeit von Hilfsmitteln und Geräten sichergestellt werden.
  • Auf Anweisung des verantwortlichen Arztes beauftragt sie die Instandsetzung, Wartung und Reparatur von Medizinprodukten sowie von Hilfsmitteln, die zur Aufbereitung benötigt werden.
  • Sie erteilt die Freigabe für die Anwendung und/oder Lagerung von wiederaufbereiteten Medizinprodukten.

So ist das Curriculum strukturiert:

24 Stunden in Form eines berufsbegleitenden Lehrgangs, der fachtheoretischen und fachpraktischen Unterricht umfasst.

Umfang des fachtheoretischen und fachpraktischen Unterrichts                  24 Stunden

Für die Teilnahme wird vorausgesetzt:

  • Berufsausbildung und erfolgreiche Prüfung zur Medizinischen Fachangestellten oder 
  • Berufsausbildung und erfolgreiche Prüfung zur Arzthelferin oder einem anderen medizinischen Fachberuf. Die Teilnehmerin muss in einem Eingangstest nachweisen, dass sie vergleichbare Vorkenntnisse wie eine Medizinische Fachangestellte hat. Der Eingangstest kann wiederholt werden.

Hier ein Überblick über Inhalte und Stundenverteilung

Fachtheoretischer und fachpraktischer Unterricht

24 Stunden

Modul 1: Rechtsquellen, Verordnungen, betriebliche Anweisungen und Prozessvalidierung

(u.a. Gesetze, Verordnungen, Normen und Richtlinien beachten, z.B.  Medizinprodukte- und Infektionsschutzgesetz, Gefahrstoff- und Trinkwasserverordnung. Verfahrens- und Arbeitsanweisungen umsetzen, Hygiene-, Reinigungs- und Desinfektionsplan fortschreiben, Grundlagen der Validierung des Aufbereitungsprozesses kennen)

5 Stunden

 

Modul 2: Risikobewertung und Einstufung von Medizinprodukten sowie betriebliche Anforderungen als Voraussetzung zur Aufbereitung

(u.a. Offizielle Empfehlungen anwenden und Medizinprodukte einstufen: Instrumentenkunde, Kriterien bei der Anschaffung, Einstufungen von unkritisch bis kritisch C. Räumliche, funktionelle und organisatorische Anforderungen des Betriebs beachten)

2 Stunden

 

Modul 3: Mikrobiologie und Aufbereitungschemie

(u.a. Krankheitserreger kennen und Infektionswege erklären, z.B. behüllte und unbehüllte Viren, HIV, multiresistente Erreger, Schimmelpilze. Reinigungs- und Desinfektionsmittel entsprechend ihrer Spezifikation anwenden)

3 Stunden

Modul 4: Dekontamination

(u.a. Entsorgung durchführen, manuelle und maschinelle Reinigung und Desinfektion durchführen, Prozessergebnis überprüfen und dokumentieren)

5 Stunden

 

Modul 5: Sichtkontrolle, Pflege und Funktionskontrolle bei der Aufbereitung

(u.a. Herstellerangaben berücksichtigen, Einfluss von Werkstoffen, Form- und Konstruktionsmerkmalen auf das Aufbereitungsergebnis berücksichtigen, Kontrollmaßnahmen, Pflege und Funktionsprüfung durchführen)

3 Stunden

Modul 6: Packen und Verpacken von Medizinprodukten

(u.a. Verpackungsarten erklären, z.B. Sterilbarrieresystem, Lagerfristen. Verpackungsmaterial dem Sterilgut und den Lagerungsbedingungen zuordnen, Einsatzmöglichkeiten der einzelnen Verpackungsarten, Verpackungstechniken und Kennzeichnungssysteme anwenden, z.B. Folienverpackung, Packsystematik und Packlisten, Kontrollindikatoren)

3 Stunden

Modul 7: Sterilisation und Freigabe zur Anwendung

(u.a. Anwendung und Wirkungsweise von Sterilisationsverfahren erläutern, z.B. Dampfsterilisation, Einsatz des Heißsterilisators, Verfahren bei thermolabilen Medizinprodukten. Kontrolle des Sterilisators, der Sterilisation und Sterilgutfreigabe durchführen, Dokumentation des Prozessergebnisses, Transport und Lagerung für semikritische und kritische Medizinprodukte prüfen und durchführen)

3 Stunden



Gesamt

24 Stunden

So sieht der Abschluss aus:

Zum Abschluss der Fortbildung findet eine Lernerfolgskontrolle statt. Sie besteht aus

  • einem höchstens 30-minütigen schriftlichen Teil im Multiple-Choice-Verfahren
  • einen praktisch-mündlichen Fachgespräch von 15 Minuten.

Nach erfolgreicher Teilnahme an der Fortbildung und bestandener Lernerfolgskontrolle erhält die Teilnehmerin ein Zertifikat des Veranstalters.

Die Fortbildung ist innerhalb von maximal sechs Monaten zu absolvieren.

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