Onkologie

Schätzungen zufolge wird die Zahl der Krebspatienten[1] in Zukunft steigen – und damit wächst der Bedarf an Personal für die qualifizierte ambulante Versorgung. Laut Onkologie-Vereinbarung gemäß § 5 Abs.1.4. können Medizinische Fachangestellte (MFA) in diesem Bereich verstärkt tätig werden.

Medizinische Fachangestellte unterstützen bei onkologischen und palliativmedizinischen Maßnahmen, kümmern sich nach ärztlicher Weisung um die Symptom- und Schmerzkontrolle und wirken bei Präventions- und Rehamaßnahmen mit. Außerdem können wichtige Aufgaben in der Kommunikation und der psychosozialen Betreuung der Patienten und ihrer Angehörigen übernommen werden.

Mit dieser Fortbildung erhalten MFA psychologische und medizinische Kompetenzen, die weit über das Niveau der Ausbildung hinausgehen.

Folgende Handlungskompetenzen werden vermittelt. Medizinische Fachangestellte:

  • unterstützen Ärzte bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung onkologischer und palliativmedizinischer Maßnahmen. Der Schwerpunkt liegt auf der intravasalen zytostatischen Immun-/Chemotherapie.
  • Kommunizieren während des Aufenthalts in der Praxis und bei Hausbesuchen situationsgerecht mit Patienten und Angehörigen,
  • übernehmen die psychosoziale Betreuung von Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen,
  • übernehmen nach ärztlicher Weisung die Symptom-, Schmerz- und Stoffwechselkontrolle und kümmern sich um Ernährungsfragen. Dabei werden die Ressourcen und Bedürfnisse der Patienten berücksichtigt.
  • setzen Bewältigungsstrategien ein, die bei der ständigen Konfrontation mit Stress, Sterben und Trauer helfen und
  • setzen im Sinne des „lebenslangen Lernens“ neues Wissen, neue Methoden sowie Arbeitstechniken und -verfahren selbstständig um.

Die Fortbildung ist mit 120 Unterrichtseinheiten (UE) in Form eines berufsbegleitenden Lehrgangs, der fachtheoretischen und fachpraktischen Unterricht (90 UE), ein Praktikum (24 UE) und eine Hausarbeit (6 UE) enthält, strukturiert.

Für die Teilnahme wird vorausgesetzt:

  • Berufsausbildung und erfolgreiche Prüfung zur/zum Medizinische/n Fachangestellte/n bzw. Arzthelfer/in oder Berufsausbildung in einem anderen medizinischen Fachberuf

und

  • anschließende einschlägige Berufserfahrung von angemessener Dauer.

Hier ein Überblick über Inhalte und Stundenverteilung (90 UE):

Modul 1: Kommunikation und Gesprächsführung       8 UE
Modul 2: Wahrnehmung und Motivation       8 UE
Modul 3: Allgemeine medizinische Grundlagen Onkologie und Palliativmedizin        5 UE
Modul 4: Versorgung und Betreuung der Patienten       4 UE
Modul 5: Psychosoziale Bewältigungsstrategien für Mitarbeiter/innen im Bereich der onkologischen und palliativmedizinischen Versorgung     10 UE
Modul 6: Spezielle onkologische Grundlagen, Krankheitsbilder und Therapien      28 UE
Modul 7: Dokumentation und rechtliche Grundlagen       5 UE
Modul 8: Therapeutische und pflegerische Maßnahmen     13 UE
Modul 9: Psychoonkologische Grundlagen/Rehabilitation       9 UE
Praktikum     24 UE
  • in einer onkologischen Einrichtung, z.B. einer Tagesklinik

(2 x 8 UE)

  • in einer ambulanten Hospiz- oder Palliativeinrichtung

(1 x 8 UE)

(Das Praktikum soll nicht in der Einrichtung stattfinden, in der die Teilnehmer beschäftigt sind.)

Hausarbeit       6 UE
(Die Hausarbeit dient der Anwendung des Gelernten an einem praxisbezogenen Thema.
Sie soll fachliche, und methodische Kompetenzen in integrierter Form abbilden.)
 

Die Fortbildung ist in einem Zeitraum von fünf Jahren zu absolvieren.                 

Zum 15-minütigen Kolloquium wird zugelassen, wer:

  • mindestens 90 % des Unterrichts besucht hat,
  • einen Nachweis über das strukturierte Praktikum erbringt,
  • die Hausarbeit nachweist.

Anerkennung:

Module 1 und 2 können ggf. für weitere Curricula angerechnet werden. Weitere 3 Module können auf das Curriculum „Palliativversorgung“ angerechnet werden. Die entsprechenden Nachweise sind erforderlich.


[1] Die verwendeten Personen- und Berufsbezeichnungen beziehen sich auf alle Geschlechter.